Geschichten

Ein herrlicher Tag

Wenn man morgens in der Küche sitzt und das Erste, was man hört, ist das leise röchelnde Schimpfen...

Der kleine Satellit

Im Bus. Der Junge auf dem Sitz vor uns zückt sein Handy, wählt eine Nummer, spricht: – Ey, nur...

Was anders ist

Wenn ich früher, nachts, vielleicht ein wenig angetrunken und vielleicht auch in eigenartiger...

Zwei Plätze für Scholz

Montagmorgen, 11.00Uhr. Bin schon seit drei Stunden wach, sitze auf dem Sofa und starre auf meine...

Youtube und Brot

Freitagmorgen. Renne durch die Wohnung und suche meine Mütze. Will nicht ohne die Mütze raus. Es...

Was einem keiner dankt

Rennrodeln war sicherlich nie eine der Sportarten, die mir in meinem Leben bislang sonderlich...

Wildschweine

…ich bin natürlich auch froh, dass es hier so viel Freiheit gibt. Also zumindest, wenn man sie...

Bewegungsprotokolle

Peter erklärt mir, es gäbe mittlerweile Programme für Smartphones mit denen man fast...

Das Haus in Brandenburg

Micha will sich ein Haus kaufen. In Brandenburg. Micha, der schon seit Jahren und bislang noch...

Menu à la sanitaire

Der Taxifahrer, der mich von Emmelshausen nach Boppard bringt, ist Maurer. Oder andersrum....

Letzte Sätze

Von einigen berühmten oder auch nicht so berühmten Menschen wird behauptet, man kenne die letzten...

Das Tuten

Donnerstagnacht 4Uhr 20. Es tutet in der Wohnung. Aber ein Tuten, dass ich so gar nicht kenne und...

Monika

Dienstagmorgen 5.30 Uhr. Das Telefon klingelt. Ich schrecke auf. Telefon, um diese Zeit - das muss...

Hotteleaks (Auszüge)

Ein geheimes Dossier, in dem Evers seine Einschätzungen und Beurteilungen zu all seinen...

Sintflut für alle

„Was sind denn das für Vampire?“ Julia sitzt in meiner Küche und schimpft. Sie ist richtig wütend....

Ich und Günter Grass

Vor zwei Jahren war ich auf der Frankfurter Buchmesse zur „langen Nacht der Bücher“ eingeladen....

Sportstadt Nr. 1

Theater ist soviel mehr, kann soviel mehr, als uns Schauspielhäuser, Opern oder Off-Bühnen zeigen...

Wohnungseinrichtung

Ich kenne Menschen, die meine Wohnung kennen, die einfach anfangen zu lachen, wenn ich einen Satz...

Aschenputtel Deluxe

Schuhmacher, die heute noch richtig edle, elegante, perfekt sitzende, angenehme Massschuhe aus...

Horsta Concordia

Dienstagnacht. Liege auf dem Sofa und schaue im Fernsehn der Bergung der Costa Concordia zu. Das...

Aschenputtel de Luxe

Schuhmacher, die heute noch richtig edle, elegante, perfekt sitzende, angenehme Massschuhe aus...

Zukunftsfragmente

Die Zukunft. Wie wird sie aussehen? Was wird uns erwarten? Wie werden wir in 30 Jahren leben, reisen und sprechen?

Folgende fragmentarische Aufzeichnungen aus dem Jahr 2042 vermitteln uns einen ersten Eindruck über das mobile Leben und unsere Kommunikationsmöglichkeiten der Zukunft.

Fragment 27 – Sprachrechte

Als Griechenland, Italien und die USA in der zweiten Hälfte des Jahres 2012 keine andere Möglichkeit mehr sahen, der gigantischen Staatsverschuldung Herr zu werden, fassten sie in ihrer Not einen folgenschweren Entschluss. Sie verkauften die Rechte an ihren Sprachen. Der scheinbare Erfolg dieser Maßnahme und die anfängliche Zurückhaltung der neuen Spracheigentümer veranlassten die Regierungen zunächst einiger und schließlich aller anderen Länder, es ihnen nach zu tun und die Rechte an ihren Sprachen an Großkonzerne oder Banken zu verkaufen.

Nach wenigen Jahren waren sämtliche Sprachen dieser Erde in Privatbesitz. Nun gab es allerdings für die neuen Spracheigentümer kein Halten mehr. In Windeseile explodierten weltweit die Gebühren für das Benutzen von Sprache.

Bald schon konnten sich nur noch sehr wenige Menschen ein paar Sätze in beispielsweise Oxford-Englisch leisten.

Windige Spekulanten trieben die Preise für Sprache an den Börsen dieser Welt in die Höhe, und immer wieder gab es Crashs, durch die eine Sprache nach der anderen pleite ging.

Kaum jemand kann sich heute mehr eine komplette Sprache leisten. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung spricht mittlerweile bayerisch, da dies die mit Abstand billigste Sprache auf dem Weltsprachenmarkt ist.

Und seit aufgrund des Drucks der Sprachmultis das Recht auf eine Verständigungsmöglichkeit aus dem Weltmenschenrechtskatalog entfernt wurde, kann sich knapp ein Drittel der Weltbevölkerung nicht einmal mehr bayerisch leisten.

Natürlich gibt es auch überall auf der Welt Menschen, die einfach schwarz reden. Zudem hört man immer wieder von illegalen Küchenzirkeln, die sich dort an wahren Quatschorgien berauschen.

Vielen Menschen gefällt aber auch die grundsätzliche Stille, die durch die teuren Sprachtarife jetzt zumeist in den Städten herrscht und wer denn doch einfach nicht aufs legale reden verzichten möchte, für den gibt es ja immer noch die relativ kostengünstigen Lalltarife zwischen 2.00 und 5.00 Uhr nachts.

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