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Der Taxifahrer, der mich von Emmelshausen nach Boppard bringt, ist Maurer. Oder andersrum. Zumindest leitet er, während er die erstaunlich engen Serpentinen des Hunsrück einhändig runterrast, nebenher auch noch eine Baustelle.

«Ja, mach noch mal ein bisschen Wasser in den Mischer und stell auf zwei. Ich bin in zwanzig Minuten da, dann können wir den Beton aufgießen.»

Ist das die Zukunft? Werden wir bald alle zwei Jobs haben und die auch noch parallel ausüben müssen, um über die Runden zu kommen?

Wer weiß, womöglich muss ich mir demnächst bei Auftritten so einen Grillwalker-Grill umhängen und nebenher Bratwürstchen verkaufen. Das stört nicht sehr doll beim Vorlesen und wäre ein attraktiver Zuverdienst. Ich bin zwar kein sonderlich guter Griller, aber wem es nicht schmeckt, dem kann ich ja eine zweite Wurst gratis anbieten.

Anderes Beispiel: Als vor ein paar Wochen in einem Hotel in Binz die Toilette defekt war, stand kurze Zeit später der Koch aus dem Restaurant vor der Tür. In voller Kochmontur.

«Wundern Sie sich nicht, ich bin eigentlich Installateur, aber da hab ich nichts gefunden, und jetzt koch ich eben.»

Was soll man davon halten? Wird einem demnächst der Chirurg kurz vor der Operation mitteilen: «Wundern Sie sich nicht, ich bin eigentlich Fliesenleger, aber wegen der Knie ging das nicht mehr, und jetzt operier ich eben. Und? Haben Sie sich schon ein Muster für die Narbe ausgesucht? Wäre gut, wenn wir das wüssten, bevor wir sie dann wieder verfugen.»

Die Tochter erging sich später in Phantasien, wie sie unten, im Hotelrestaurant der durchaus gehobenen Preisklasse, die Gäste ansprechen würde. «Schmeckt es Ihnen? Sieht lecker aus. Stellen Sie sich vor, vor zwanzig Minuten hat der Koch noch unsere Toilette repariert. Ein Tausendsassa, was? Ich bringe ihm nur seine Löffel. Die hat er bei uns vergessen.»

Seitdem gibt es in unserer Familie die stehende Wendung: «Hmmm, das schmeckt ja wie vom Sanitärfachmann zusammengeschraubt.»

Mein Taxifahrer hat sein Baustellengespräch mittlerweile beendet. Telefoniert aber schon wieder. Diesmal berät er offensichtlich jemanden in puncto Riester-Rente. «Mach dir keine Sorgen. Und wenn das mit der Riester-Rente wirklich alles den Bach runtergeht, kannste dann ja immer noch bei uns ein bisschen Taxi fahren. Das geht auch mit achtzig oder neunzig noch.»

Das stimmt. So einen Fahrer hatte ich kürzlich erst. In Koblenz. Näher an den neunzig als an den achtzig, würde ich schätzen. Hat die ganze Zeit vor sich hin gesummt. Wahrscheinlich um zu signalisieren: «Ich sehe zwar nicht so aus und wirke vielleicht auch nicht so, aber ich bin nach wie vor am Leben und kann durchaus noch pfeifende Geräusche machen. Solange Sie das Pfeifen hören, müssen Sie sich nicht sorgen. Außerdem kommt man auch mit knapp zwanzig Stundenkilometern ans Ziel.» Irritierenderweise hat er dann ungefragt an einem Friedhof gehalten und eine Weile in sich versunken nachgedacht.

Schließlich ist er aber doch noch mal losgefahren.

Als ich in Boppard aussteige, zolle ich dem Fahrer Anerkennung, wie er so nebenbei noch eine Baustelle leitet.

Er guckt komisch. «Wieso Baustelle?» Meint dann lachend: «Ach, wegen des Betons. Denken Sie aber mal nicht, ich würde schwarzarbeiten. Das ist rein privat. Ich bin Pate bei der Hunsrücker Mafia, und wir wollen nur jemanden im See versenken. Deshalb der Beton.» Winkend fährt er davon.

Bin beruhigt. Mafia gilt ja meines Wissens nicht als sozialversicherungspflichtiger Beruf.

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