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Wenn es doch überall so viel besser geworden wäre wie in der Zahnmedizin

«Wer heute noch Angst vorm Zahnarzt hat, dem ist nicht zu helfen. Die Zahnmedizin hat in den letzten 20 Jahren enorme Fortschritte gemacht. Schmerzen beim Zahnarzt gibt es praktisch gar nicht mehr. Zum Zahnarzt gehen ist heute praktisch wie zum Friseur gehen … »

Höre diese Sätze immer wieder in einer Endlosschleife. Seit Tagen. Habe sie selbst eingesprochen und dann auf den MP3-Player geladen. Als Vorbereitung auf meinen mit großer Spannung erwarteten Zahnarzttermin. Den ersten seit über 15 Jahren.

Ob der Zahnarzt wohl genauso aufgeregt ist wie ich? Eigentlich hätte ich schon längst mal einen Termin ausmachen wollen, aber dann kam irgendwie immer wieder etwas dazwischen.

Mal war’s Hunger, mal war ich müde, ein andermal hatte ich grad nichts zu schreiben gehabt, um mir einen möglichen Termin zu notieren. Das Übliche eben. Aber jetzt hab ich es ja doch noch geschafft, mal einen Termin auszumachen. Also, genau genommen hat es die Freundin geschafft. Aber ich habe es geschafft, mir den von ihr ausgemachten Termin zu notieren.

Also, aufgeschrieben hat sie ihn natürlich, aber ich habe den Zettel nicht verloren. Also, verlegt habe ich ihn schon, aber dafür den Termin nicht vergessen, wobei es sicherlich auch ein wenig geholfen hat, dass sie mich seit Tagen quasi stündlich daran erinnert hat. Diese Sätze über die vollkommen schmerzfreie moderne Zahnmedizin hat sie mir auch rausgesucht.

Aber sonst habe ich alles ganz alleine geschafft.

Den Weg bis zur Praxis und so. Musste dann nur noch ein bisschen warten, weil ich irgendwie die Zeiten mit dem Term in und so durcheinandergebracht habe. Doch dann geht’s endlich ins Behandlungszimmer. Die Assistentin dreht den Liegesessel so, dass ich direkt auf die schöne Urkunde «painless dentist» schaue.

«Na siehste!», denke ich, und nicht nur das, auch psychologisch sind die Dentisten mittlerweile richtig gut geschult …

Der Zahnarzt schaut sehr lange und sehr nachdenklich in meinen weit aufgerissenen Mund. Dann endlich findet er seine Sprache wieder.

«Wissen Sie, woran ich denken muss, wenn ich so in Ihren Mund schaue?»

«Nein?»

«Ich war echt lange nicht mehr auf der Akropolis. Sagen Sie mal, Ihre Zähne haben aber auch schon mal bessere Zeiten gesehen.»

Denke, na, der Anfang lief ja schon mal ganz gut. Beschließe, die Situation mit einem kleinen Mörderscherz aufzulockern.

«Jaha, das ist der Zahn der Zeit, hähäää …»

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