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Ein geheimes Dossier, in dem Evers seine Einschätzungen und Beurteilungen zu all seinen...

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„Was sind denn das für Vampire?“ Julia sitzt in meiner Küche und schimpft. Sie ist richtig wütend....

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Die schönsten Weihnachtsmärkte der Welt Folge 27

Ein in Spandau gebürtiger Freund erklärte mir einmal, jeder Weihnachtsmarkt habe seine Spezialität. In Nürnberg gäbe es den Lebkuchen, in Aachen die Printen, in Dresden den Stollen und in Spandau auf die Fresse. Das ist Quatsch. Viele sagen der Spandauer Weihnachtsmarkt sei der schönste Berlins. Da will ich kein abschließendes Urteil wagen. In jedem Falle aber ist er ganz sicher der schönste Weihnachtsmarkt Spandaus.

Traditionell in der dritten Adventswoche fuhr der Kinderladen der Tochter dorthin. Ich wurde von den beiden Erzieherinnen als Begleitperson geködert mit dem schönen Satz: „Man muss da eigentlich nichts groß machen, es ist nur manchmal schön noch jemand Drittes dabei zu haben.“

Sätze, die mit „Man muss da eigentlich nichts groß machen…“ beginnen, liegen übrigens ganz weit vorne in meiner inoffiziellen Liste der 20 Sätze, die immer gelogen sind.

Knapp gefolgt von: „Das kann man gar nicht verfehlen“ und „Dein neuer Haarschnitt macht Dich 20 Jahre jünger.“ Obwohl, das hat auch seit zwanzig Jahren niemand mehr zu mir gesagt. Da hatte ich nämlich meinen letzten Haarschnitt. Seitdem ist mein Haarschnitt ja quasi selbstregulierend.

Nachdem sich eine Erzieherin am Morgen krank abgemeldet hatte, meinte die Andere: Da sehe man, wie gut es sei, jemand Drittes dabei zu haben. Ich erwiderte, jemand Drittes, sei nur solange jemand Drittes, wie es jemand Zweites gebe. Woraufhin ein Kind mich fragte, ob es bei mir auch immer so tun müsste, als wenn es zuhörte.

In der U-Bahn sind nur zwei Plätze frei. Setze mich auf einen und rufe: „Wer will auf meinem Schoss sitzen?“ Überraschenderweise wollen alle auf meinem Schoss sitzen und schaffen das sogar irgendwie. Kann dadurch zwar von Bayrischer Platz bis Rathaus Spandau nicht atmen, aber wegen der nach kurzer Zeit einsetzenden Bewusstlosigkeit, vergeht wenigstens die lange U-Bahn-Fahrt wie im Fluge. Erinnere mich an England, wo sich die Pendler zwischen Brighton und London früher angeblich auch jeden Morgen absichtlich bewusstlos geschlagen haben, damit die lange Zugfahrt schneller rumgeht.

Auf dem Weihnachtsmarkt fragt mich Rieke sofort, ob sie Lose ziehen darf. Da jedem Kind zwei Buden erlaubt sind und mein Hirn noch von der U-Bahnfahrt sauerstoffunterversorgt ist, sage ich: „Wuff.“ Rieke versteht das als ja. Als die Erzieherin das mitbekommt, schreit sie mich an: „Du hast Rieke erlaubt Lose zu ziehen?
-Wuff?
-Weil Rieke immer Glück hat!
-Wuff?

Rieke kommt mit einem ca. 1 Meter 60 hohen, riesigen, rosa Plüschhasen und strahlt.
„Den hab ich gewonnen.“

Die Erzieherin schnauft: „Na Bravo. Den trägst jetzt aber schön Du.“
Antworte: „Wuff.“

Aber immerhin haben wir jetzt doch noch wieder jemand Drittes dabei.
Die Erzieherin verlangt: „Wir sollen uns anständig auf dem Weihnachtsmarkt benehmen, nicht zu auffällig.“ Den Kindern gelingt das erstaunlich gut. Mir weniger. Ich weiß nicht, wer schonmal versucht hat, unauffällig zu sein, während er einen 1 Meter 60 großen rosa Plüschhasen über den Spandauer Weihnachtsmarkt trägt. Nicht einfach das. Jeder Zweite spricht mich an. Vor allem Frauen.

Verblüffend. Also ich will mal so sagen: Wer jetzt im Winter allein ist und eine Beziehung sucht… Vergesst Bekanntschaftsanzeigen oder Singlebörsen. Wenn Du nett guckst und einen riesigen, rosa Plüschhasen an einem weihnachtsfeierträchtigen Donnerstag über den Spandauer Weihnachtsmarkt trägst, dann kannst Du alle haben. Wobei die meisten Frauen gar nicht mich angesprochen haben, sondern den Plüschhasen. Drei haben ihn zu sich nach Hause eingeladen. Eine meinte, der Plüschhase habe sie an den Hintern gefasst, dafür müsste ich jetzt einen Futschi mit ihr trinken. Die meisten jedoch haben den Plüschhasen einfach über mich ausgefragt, in der Richtung, ob sein Herrchen denn ein Netter sei und ein Frauchen habe so weiter. Die Männer hingegen waren weniger charmant und wiesen den Plüschhasen nur darauf hin, er hätte da was komisches am Hintern. Dann wiesen sie lachend auf mich.

Trotzdem verlebte ich einen großartigen, späten Nachmittag und möchte sagen, also auf seine eigene, verquere Art ist der Spandauer Weihnachtsmarkt tatsächlich der Schönste. Von was auch immer. Also wenn man es mag, zum schieren Objekt niederer Begierde zu werden. Ich fand das mal ganz schön. Zumindest solange, bis Rieke beim Entenangeln auch noch ein riesiges, weisses Einhorn gewann. Männer mit rosa Plüschhasen und weissen Einhörnern gelten wohl nicht mehr als sexuell attraktiv. Wusste ich auch noch nicht. Auf der Rückfahrt durften wieder alle einschliesslich Hase und Einhorn auf mir sitzen, wodurch ich zwar später eine Weile erneut nur durch Wuff-Laute kommunizieren konnte, aber die Freundin meinte ihr wäre der Unterschied eigentlich gar nicht aufgefallen.
„Wuff!“

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