Geschichten

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Hotteleaks (Auszüge)

Ein geheimes Dossier, in dem Evers seine Einschätzungen und Beurteilungen zu all seinen...

Sintflut für alle

„Was sind denn das für Vampire?“ Julia sitzt in meiner Küche und schimpft. Sie ist richtig wütend....

Ich und Günter Grass

Vor zwei Jahren war ich auf der Frankfurter Buchmesse zur „langen Nacht der Bücher“ eingeladen....

Sportstadt Nr. 1

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Wohnungseinrichtung

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Glückwünsche

Viele Glückwünsche für Wolf-Tassilo Sack. Der hat gerade mit seiner Diplomarbeit, einer...

Altersvorsorge in Gütersloh

Am frühen Abend vor einem Lokal in der Nähe des Bahnhofs von Gütersloh. Zwei Männer sitzen draußen an einem Tischchen. Der eine trinkt Bier, der andere redet.

Mir will einfach nicht in den Kopf, wieso Du jeden Abend hier noch unbedingt ein Bier trinken musst. Das ist doch nicht gut.

Der andere verzieht keine Miene, spricht aber trotzdem.

Ein Bier schadet nicht.

Jaa, aber es nützt auch nichts. Und außerdem, jetzt rechne mal nach. Jeden Abend trinkst Du hier ein Bier für 2 Euro. Das sind im Jahr 730 Euro. Jetzt lass mal 30 Jahre weitergucken. Dann wären das, Moment, 21900 Euro. Hübsche Summe. Jetzt stell Dir mal vor, Du würdest statt dem Bier, jeden Abend 2 Euro in die Büchse werfen, dann hättest Du in dreissig Jahren 21900 Euro. Wär das nicht was?

Der andere schüttelt den Kopf.

Wer weiß denn was in 30 Jahren ist. Außerdem wär mir das zu riskant.

Was?

Na, das Geld sparen, statt trinken, wär mir zu riskant.

Was ist denn daran riskant?

-Jetzt stell Dir mal vor, ich trinke die 30 Jahre und stelle dann fest: Ah, Mist, hätte doch lieber sparen sollen, hätte jetzt doch lieber die 21900 Euro. Dann kann ich das vielleicht noch gutmachen, also kann mir diese 21900 Euro auch anderweitig besorgen. Wäre nicht einfach, aber das ginge vielleicht. Irgendwie. So, aber jetzt denk mal, ich hätte die ganze Zeit gespart und in 30 Jahren merke ich: Ahh, ich hätte doch lieber getrunken! Die ganze Zeit lieber getrunken! Wie soll ich das je wieder aufholen? Jeden Tag einen halben Liter. 30 Jahre lang. Das wären rund 5400 Liter Bier. Das schafft man doch gar nicht! Und wenn doch, käme ich ja zu nichts anderem mehr. Den ganzen Rest meines Lebens müsste ich praktisch ununterbrochen Bier trinken. Was für ein Stress. Das macht doch irgendwann gar keinen Spaß mehr. Nein, so stelle ich mir meinen Lebensabend nicht vor. Nur trinken, trinken, trinken. Da arbeite ich jetzt lieber in Ruhe vor, damit es mir im Alter mal besser geht und ich nur soviel trinken muss, wie man auch schaffen kann.

Der andere nickt.

Verstehe. dann ist dieses Bier, das Du hier jeden Abend trinkst, für dich auch so eine Art Altersvorsorge?

Ganz genau. Meine Altersvorsorge hat viele Säulen. Und dieses Bier jeden Abend ist sicherlich eine der Wichtigsten. Noch wichtiger, als diese ganze Sparerei ist nämlich das man auch immer gute und schöne Sachen macht, weil wer davon zuwenig auf die hohe Kante legt, schafft das im Alter…

Der Rest seines Satzes geht leider in einem gewaltigen Rülpser unter. Sein Freund hat ihn aber wohl trotzdem verstanden.
Ich bin mir nicht sicher, ob vor einem Bahnhofslokal in Gütersloh sitzen nun wirklich ein wichtiges, unvergessliches Erlebnis ist, von dem man im Alter noch lange zehren kann, aber trotzdem habe ich in den letzten Jahren von verschiedenen Finanzfirmen sehr, sehr viel unseriösere Vorsorgemodelle gesehen und auch angeboten bekommen.

Zahle drinnen mein Essen und bringe den beiden auf dem Rückweg zwei frische Bier mit.

Hier! Schonmal eine Bonusauszahlung aus ihrem Rentenfonds.

Die beiden sind sehr zufrieden. ich glaube nicht, dass sie ihre Kasse nochmal wechseln werden. Warum auch?

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