Geschichten

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Bewegungsprotokolle

Peter erklärt mir, es gäbe mittlerweile Programme für Smartphones mit denen man fast...

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Micha will sich ein Haus kaufen. In Brandenburg. Micha, der schon seit Jahren und bislang noch...

Menu à la sanitaire

Der Taxifahrer, der mich von Emmelshausen nach Boppard bringt, ist Maurer. Oder andersrum....

Letzte Sätze

Von einigen berühmten oder auch nicht so berühmten Menschen wird behauptet, man kenne die letzten...

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Donnerstagnacht 4Uhr 20. Es tutet in der Wohnung. Aber ein Tuten, dass ich so gar nicht kenne und...

Monika

Dienstagmorgen 5.30 Uhr. Das Telefon klingelt. Ich schrecke auf. Telefon, um diese Zeit - das muss...

Hotteleaks (Auszüge)

Ein geheimes Dossier, in dem Evers seine Einschätzungen und Beurteilungen zu all seinen...

Sintflut für alle

„Was sind denn das für Vampire?“ Julia sitzt in meiner Küche und schimpft. Sie ist richtig wütend....

Ich und Günter Grass

Vor zwei Jahren war ich auf der Frankfurter Buchmesse zur „langen Nacht der Bücher“ eingeladen....

Sportstadt Nr. 1

Theater ist soviel mehr, kann soviel mehr, als uns Schauspielhäuser, Opern oder Off-Bühnen zeigen...

Wohnungseinrichtung

Ich kenne Menschen, die meine Wohnung kennen, die einfach anfangen zu lachen, wenn ich einen Satz...

Aschenputtel Deluxe

Schuhmacher, die heute noch richtig edle, elegante, perfekt sitzende, angenehme Massschuhe aus...

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Dienstagnacht. Liege auf dem Sofa und schaue im Fernsehn der Bergung der Costa Concordia zu. Das...

Aschenputtel de Luxe

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Wann guckt man?

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Tricks für den Frühling

Manche Dinge hört man nicht gern. Wie ich, der ich neulich hören musste, der Mel Gibson, der sei...

Gorch Fock

Ich wäre ja früher auch gerne zur See gefahren. Hätte ich mir schön vorgestellt. Wäre ich auch,...

Wildschweine

…ich bin natürlich auch froh, dass es hier so viel Freiheit gibt. Also zumindest, wenn man sie...

Altersvorsorge

Seit die Tochter irgendwo aufgeschnappt hat, dass die Renten unserer, also meiner Generation wegen der Niedrigzinspolitik gefährdet sind und viele von uns daher wahrscheinlich später unseren Kindern auf der Tasche liegen werden, legt sie mir immer häufiger wie zufällig Angebote für Zusatzrenten, Pflegeversicherungen oder Immobiliensparpläne auf den Schreibtisch.

Manchmal verziert mit fröhlichen Herzchen. «Guck mal, Papa, meinst du wirklich, du brauchst unbedingt gleich wieder ein neues Telefon? Für praktisch dasselbe Geld könntest du auch eine attraktive Pflegezusatzversicherung fürs Alter abschließen, hdl.»

«hdl» heißt «hab dich lieb». Das Kind bereichert mein Leben und ihre Nachrichten ständig mit irgendwelchen Abkürzungen, deren Sinn beziehungsweise Übersetzung ich mir dann mühsam ergoogeln muss. So spart sie Zeit beim Schreiben, die ich dafür beim Lesen wieder dreifach investiere. Eine Art Umverteilung von Zeit zwischen den Generationen. Obwohl ich mittlerweile ja schon viele der Kürzel kenne. «cu» für «see you», «hlf» für «have lots of fun» oder «SzosG» für «Schreib zurück oder schreib Geschichte».

Manche Sachen lassen sich auch nicht ergoogeln, wie kürzlich: «cVbse» für «coole Verabschiedungsformel bitte selbst einfügen». Das Einzige, was wir früher abgekürzt haben, war vielleicht mal «Hajo» für «Hans-Joachim», oder der Anrufbeantworter wurde zum «AB», und statt Ronald Reagan sagten wir: «Arsch».

So Sachen. Ein paar wenige Abkürzungen, die aber auch jeder sofort verstanden hat.

Kein Vergleich zu heute. Beleidigungen kürzen die Kinder natürlich sowieso ab. Beispielsweise: «SEF». Für: «Sein-Essen-Fotografierer».

Was wohl aktuell eine der verächtlichsten Schmähungen unter Jugendlichen ist. Ich finde das ja vergleichsweise elegant.

Gemessen an dem, wie sich Erwachsene so beschimpfen. Ob Erdogan wohl auch beleidigt gewesen wäre, wenn man ihn «Sein-Essen-Fotografierer» genannt hätte? Ob er es überhaupt verstanden hätte? Ist es nicht auch eine Art des Respekts, Beleidigungen so zu formulieren, dass der Beleidigte sie auch begreifen kann? Ist das am Ende der Grund, weshalb intelligente Satire von der Politik praktisch nie ernst oder auch nur wahrgenommen wird?

Egal. Ich glaube, in Erdogans Fall wäre es ohnehin nicht von Belang gewesen. Kann man denn überhaupt irgendwas über ihn
sagen, was ihn nicht beleidigt? Also etwas, was nicht gelogen ist wohlgemerkt?

Wenn ich jetzt beispielsweise sagen würde: «Nicht einmal für zehn Millionen Euro wäre ich bereit, Sex mit Erdogan zu haben.» Dann ist das die Wahrheit. Wirklich. Total.

Gut, bei zwölf Millionen käme ich natürlich ins Überlegen. Klar. Wer nicht? Aber zehn Millionen? No way. Versprochen.
Zudem wäre die Aussage doch eigentlich auch in seinem Interesse. Ich meine, er ist sicher gleichfalls froh, keinen Sex mit mir haben zu müssen. Im Prinzip also: Win-win! Und trotzdem glaube ich: Bei all seiner Homophobie wäre er vermutlich doch irgendwie beleidigt, dass ich keinen Sex mit ihm haben will. So eitel ist er eben. Schätz ich mal.

Wäre bei Putin vermutlich nicht viel anders. Würde ich hingegen sagen, ich will Sex mit Erdogan, wäre er vermutlich auch beleidigt. Sogar wenn ich es für lau machen würde. So wird aus Win-win Loose-loose. Man kann es ihm nicht recht machen, weil: ist eben so.

Manche Abkürzungen der Tochter sind auch verstörend oder irreführend wie «DDR» («Drück Dich Riesig») oder «SAU» («Seid Alle Umarmt»). Eigentlich hübsch, trotzdem ist es eigentümlich, wenn Nachrichten mit SAU unterschrieben sind.

Zudem hat sie mir kürzlich gestanden, seit einiger Zeit schreibe sie auch manchmal nur irgendwelche sinnlosen Buchstabenfolgen hin. Da sie es so lustig findet, wie ich dann verzweifelt versuche herauszufinden, was das bedeuten könnte.

Im besten Fall sogar die schwachsinnige Abkürzung selbst übernehme und mich so völlig zum Lappen mache. Das findet sie richtig witzig. Weshalb sie kürzlich «DTFfkaM» unter eine SMS geschrieben hat. Nach stundenlangen Recherchen konnte ich es schließlich als «Donald Trumps Frisur formerly known as Meerschweinchen» übersetzen. Hübsch, aber leider völliger Blödsinn.

Habe mich dann gerächt mit einer selbstgemachten Abkürzung aus meiner Kindheit und ihr geschrieben: «wdlid»,
wer das liest ist doof. Damit sie mal knobelt, und wenn sie das raushat, dann lache ich.

Doch keine zehn Sekunden später kam die Antwort: «Vielen Dank, Papa. Habe mich echt gefreut. Das ist sehr
nett von dir. Wusste gar nicht, dass du diese Abkürzung kennst und benutzt, hdl.»

Seitdem überlege ich verzweifelt, was ich ihr da wohl geschrieben haben könnte. Möglicherweise werde ich es nie
erfahren.

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